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Herzinfarktinzidenz und Mineralgehalt des Trinkwassers

Joachim E. Teitge


Summary of this article in English


Code:

Herzinfarktinzidenz, Wasserhärte, Mineralhaushalt


In der Literatur spielen vor allem in den letzten beiden Jahrzehnten Überlegungen eine Rolle, wie weit zwischen kardiovaskulären Erkrankungen und Störungen im Mineralhaushalt des Menschen Wechselwirkungen bestehen. Es soll die Frage eroörtert werden. ob bei Infarktpatienten ein Zusammenhang zwischen örtlicher Infarktinzidenz (Infarkte auf 10000 Einwohner) und der am Wohnort registrierten Wasserhärte nachgewiesen werden kann. Der Härtegrad des Wassers (2) gibt einen Maßtab fär dessen Mineralgehalt.

Die Frage ist, ob die Höhe bzw. Verminderung des Mineralgehaltes im täglichen Trinkwasser beim Herzinfarkt eine Rolle spielt und ob Mangelerscheinungen hervorgerufen werden können. Statistische Studien zu dieser Fragestellung liegen bisher nicht vor.

Für diese Fragestellung bietet sich der Landkreis Wernigerode an, da hier Regionen mit sehr weichem Wasser im Wechsel mit mittelhariem bzw, ziemlich hartem und solche mit sehr hartem Wasser vorhanden sind. Es wurden alle Untersuchungen von derselben Person, dem Verfasser, unter gleichen Gesichtspunkten durchgefuührt. Dies ist besonders bei der Beurteilung von zu Hause verstorbenen Infarktpatienten und bei plötzlichen kardialbedingten unerwarteten Todesfällen ein wesentlicher Punkt und ebenso in Grenzsituationen bei der Abgrenzung von definitivem und moöglichem Infarkt und bei akutem plötzlichem unerwartetem Todesfall in den jeweiligen Wasserhärtegebieten.

Sektionen durchzuführen, war häufig aus regionalen und auch psychischen Gründen bei den ambulant Verstorbenen nicht müglich. Die zuständige Prosektur ist ca. 70- 120 km vom Todesort entfernt. Es konnten prähospital Verstorbene bzw. am plötzlichen Herztod Verstorbene olt lediglich nach anamestisch kliniscshen Gesichtspunkten beurteilt werden.

Patienten und Methodik

Vom 1. 7. 1973 bis 30. 6. 1983 wurden im Landkreis Wernigerode im Rahmen eines DDR-obligatorischen Herzinfarktregisters lükkenlos alle Personen erfaßt, die einen Herzinfarkt (definitiven oder möglichen nach WHO-Kriterien) erlitten einschließlich aller derer, die an einem akuten Herztod im Sinne eines plötzlichen unerwarteten Todes prähospital verstarben. Letztere unter strengem Ausschluß aller nicht degenerativ-kardial bedingten Ursachen.

Die Untersuchungen erstreckten sich über 10 Jahre Dauer auf ein Gebiet von 105000 Einwohner mit in dieser Zeit aufgetretenen 3013 Herzinfarkten bzw. am obengenannten plötzlichen unerwartetcn Herztod Verstorbenen. Diesen Patienten werden 684 Wasserhärteuntersuchungen an 138 verschiedenen Wasserentnahmeorten gegenübergestellt.

Dem plötzlichen akuten Herztod liegt fast immer ein Kammerflimmern des Herzens zugrunde. Die chronisch koronare Herzkrankheit ist mit dieser Komplikation in bis zu 80 % die Ursache des akuten Todefalles (3). Das Magnesium soil bie manchen ventrikulären Rhythmusstörungen eine entscheidende Rolle spielen und besonders die Nachpolarisation (Torsade de Pointes) führt nicht selten zum plötzlichen Herztod. Magnesium hemmt die depolarisationsinduzierten Kontraktionen (8). Bei den plötzlichen Todesfällen wurde stets daran gedacht, alle nicht degenerativ bedingten Ursachen sorgfältig auszuschließen.

Für die statistische Bearbeitung wurden Patientengruppen geformt. Um eine etwa gleiche Gruppenbreite zu gewährleisten, umfaßt zwischen dem 40. und 90. Lebensjahr eine Gruppe je 5 Altersjahrgänge. Wegen der wenigen Patienten unter 40 bzw. iüber 90 Jahre wurden diese zu je einer gemeinsamen Patientengruppe zusammengefaßt.

Die diagnostische Klärung der lnfarktfälle ist insofem als exakt beurteilt anzusehen, als sämtliche Patienten nach Erleiden des Infarktes obligatorisch so schnell wie möglich in eine der drei inneren Krankenhausabteilungen unseres Kreises, jedoch vorrangig in die Intensivabteilung des Kreiskrankenhauses, eingeliefert werden mußten. In allen Abteilungen wurde nach den infarktdiagnostischen Kriterien des WHO-Standards einheitliche beurteilt. Die vollständige Erfassung wurde durch die Krankenblttkontrolle in den Krankenhäusern und durch Totenscheinkontrollen im Gesundheitsamt gewährleistet.

Die Infarktpatienten wurden in Altersgruppen von je 5 Jahren untergliedert. In diesen Gruppen wurden die jeweiligen Infarktinzidenzen aufgeführt und eine Unterteilung in männliche und weibliche Personen nach Zahl und Prozenten vorgenommen. Ferner erfolgten eine Gliederung in Gesamtinfarkte, stationär Verstorbene und prähospital Verstorbene (Tabelle 1 ) und schließlich eine Gegenüberstellung der Infarktinzidenz am ständigen Wohnsitz des Patienten mit dem dortigen Härtegrad des Trinkwassers (Tabelle 2 ).


Tabelle 2 . Infarktinzidenz, Wasserhärten und Mineralkonzentrationen in verschiedenen Regionen


Bei der Bestimmung der Wasserhärten in dem jeweiligen Wohnort des Infarktpatienten kam der Umstand zur Hilfe. daß bereits seit über 20 Jahren im Kreisgebiet von allen Orten zweimal jährlich die Härtegrade des Trinkwassers im Bezirkshygieneinstitut bzw. später im Institut für experimentelle Epidemiologic Wernigerode bestimmt und die Untersuchungsergebnisse regelmäßig in der Kreishygieneinspektion karteimässig erfaßt wurden.

In vielen Orten wurde wegen der Verschiedenheit des Trinkwassers notwendigerweise regelmäßig an mehreren Wasserentnahmestellen untersucht. Somit stand regelmässig Jahr für Jahr eine Vielzahl von Untersuchungen des Trinkwassers der einzelnen Ortschaften zur Verfügung.

Außerdem wurden in 36 Ortschaften. das sind sämtliche Städte und Dörfer des Kreisgebietes, aus den gleichen Wasserentnahmestellen zusätzlich einmalig Laborbestimmungen von Magnesium, Kalium, Calcium, Selen und Zink in Berlin und Leipzig durchgeführt (Mg-, K-, Ca-Bestimmungen im Spurenelementelabor im Institut für pathologische und klinische Biochemie der Charité der Humboldt-Universität Berlin; Se, Zn und ein Teil der Mg-Uuntersuchungen im Labor der Medizinischen Universitätsklinik Leipzig mittels Flammenphotometer IL 743 mit Lithiumbirne bzw. Flammenphotometer Eppendorf oder ASS 1 von Zeiss Jena).

Im Trinkwasser untersuchtes Zink zeigt keine Parallele zur Wasserhärte. Die oft kilometerlangen Waßerrohre aus Eisen bzw. verzinktem Eisen werden hier ein Rolle spielen. Das Gleiche wird für Eisen und Kupfer gelten (Messing-Kupfer-Zink-Legierungen der Eisenrohre). Sie schieden aus der Beurteilung aus. Bei den Kupferwerten waren die Schwankungsbreiten noch größer als beim Zink. Selen wurde in der Auswertung ebenfalls nicht berücksichtigt. Es ist in den Wasserproben nur in Konzentrationen von weniger als 4 µ, vorhanden (Spureneleementelabor der Medizinischen Universtätsklinik Leipzig).

Ergebnisse der Infarktaufschlüsselungen

Interessant ist die Verfolgung der Inzidenz, d. h. des Infarktauftretens auf 10000 Einwohner in den einzelnen Lebenjahrzehnten und andererseits auflaufend. Sie ist unter 40 Jahren äußerst niedrig (Tabelle 1 , Sp. 2 u. 3). Bis zum 50. Lebenjahr steigt sie allmählich an und erreicht zwischen 70 und 75 Jahren ihren Höhepunkt. Danach fällt sie bis zum Ende des Lebens stark ab. Die laufende Inzidenz beträgt bis zum 60. Lebenjahr 6,9 und bis zum 70. Lebensjahr 13,3. ingesamt bis über 80 Jahre 28,7.

Auffä;lig ist. daß in den ausgewerteten 10 Jahren der Studie bei den vor dem 40. Lebenjahr aufgetretenen 42 Infarkten die Männer mit 38 Infarkten gegenüber den 4 weiblichen Infarkten das ungefähr zehnfache Übergewicht haben. Von diesen 42 Infarkten verstarben 31 und zwar 26 bereits prähospital und nur 5 hospital. Hier kann allerdings der Fehler der kleinen Zahl eine Rolle spielen. Bei den sowohl prähospital als auch hospital Verstorbenen liegt der Männeranteil gegenüber dem der Frauen somit ca. füfmal so hoch. Das Verhältnis beträgt prähospital 9 : 2 und hospital 2 : 0 (Tabelle 1 , Sp. 3 - IO). Ein gesicherter Zusammenhang mit den Wasserhärten der Wohnorte dieser Infarkte in Weichwasserregionen wird weiter unten dargelegt.

Zwischen 40 und 50, d. h. noch in relativ jungen Jahren, beginnt die Zahl der Infarkte anzusteigen, und die der Männer überwiegen un ca. das Fünffache, ca. 1/3 aller Infarkte starben und hiervon immerhin 2/3 prähospital. Von den Frauen sind sogar alle prähospital gestorben. Allerding ist auch hier der Fehler der gleinen Zahl zu berücksichtigen. Nach dem 50. Lebensjahr beginnt im Infarkt-auftreten das überwiegen der Männer nur sehr allmaählich kontinuierlich zurückzugehen, Gleichstand mit den Frauen dann im ca. 80 Lebensjahr. Danach überwiegen die Frauen (Tabelle 1 , Sp. 3-4)

Die Infarktsterblichkeit steigt im Gegensatz hierzu im Laufe des Lebens verhältnismaßig gleichmaßgig an und erreicht schließlich bei den uber 90jährigen 100%. Prähospital verstarben bis zu ungefähr 65 Jahren rund doppelt so viel Männer wie Frauen. Erst nach dem 80. Lebensjahr beginnen die Frauen zu überwiegen (Tabelle 1 . Sp. 8). Hospital verstarben bis zum 80. Lebensjahr ebenfalls mehr Männer. Danach überwiegen auch hier die Frauen (Tabelle 1 , Sp. 10).

Die Aufschlüsselung in einzelne Lebensabschnitte und in Männer und Frauen zeigt somit im Infarktauftreten und in der Infarktsterblichkeit interessante Einzelheiten. Man wird jedoch auf jeden Fall berücksichtigen müssen, daß bei uns im ausgewerteten Kreisgebiet hartes und vor allem sehr hartes Wasser ca. 15%, aber weiches und sehr weiches Wasser ca. 60% betragen. Hinzu kommen noch das mittelharte und ziemlich harte Wasser mit ca. 30%. lnsofern ist die Situation durch die vorhandenen niedrigen Wasserhärten eine besondere.

Eine zusammenfassende Übersicht zeigt die Abbildung 1 als graphische Darstellung. Abgesehen von der Anzahl der Männlichen und weiblichen Infarkte in den einzelnen Lebensabsschnitten und der Verstorbenen sieht man, wie die prähospital Verstorbenen den hospital Verstorbenen gegenüber deutlich bzw. erheblich überwiegen. Im hohen Alter bekommt allmählich die prähospitale Sterblichkeit der Frauen die Oberhand. Die Abbildung 2 zeigt die Infarkthäufigkeit bei Männern und Frauen in den einzelnen Lebensjahren.

Zusammenhänge zwischen Infarktinzidenz und Wasserhärte bzw. Mineralkonzentration

Die Infarktinzidenz (Häufigkeit auf 10000 Einwohner) ist bei sehr hartem Wasser und sehr weichem Wasser recht unterschiedlich. Es läßt sich beim Zurückgehen der Wasserhärte ein deutlicher Trend zur Zunahme von Herzinfarkten erkennen.

Vom Landkreis Wernigerode zeigt die Tabelle 1 und graphisch die Abbildung 3 die Situation in den einzelnen Wohnorten entsprechend der Wasserhärte mit der jeweiligen Infarktinzidenz, den örtlichen Wasserhärtegraden, den Mg-, K- und Ca-Konzentrationen und außerdem die Zahl der Wasserentnahmen und der Wasserentnahmestellen in den einzelnen Ortschaften.

Die Herkunft des Trinkwassers in den einzelnen Gemeinden ist der Fußnote der Tabelle 1 zu entnehmen und ebenso auch die Anzahl der Wasserproben und der Wasserentnahmestellen. Es wurden in allen Ortschaften des Kreisgebietes ohne Ausnahme die Wasserhärtegrade bereits seit zwei Jahrzehnten regelmäßig jahrlich zweimal vom Bezirkshygieneinstitut Wernigerode bestimmt und die Ergebnisse im Kreisgesundheitsamt registriert.

Die Infarktinzidenz von 32,7 in Ortschaften und Regionen mit sehr weichem Wasser liegt signifikant höher als eine Inzidenz von 20,6 bei sehr hartem Wasser. In Orten mit mittelhartem bzw. ziemlich hartem Wasser leigt sie als Folge von Schwankungsbreiten (Mischwasser) mit 24,5 bzw. 25,0 dazwischen. Die Infarktinzidenz zeigt bei sehr weichem gegenüber dem sehr harten Wasser je nach Altersgruppe der Patienten das Verhältnis von 1,35-1,92 : 1 (Tabelle 3 ). Bei dem sehr weichen und weichen Wasser Können somit die Infarkte fast doppelt so häufig sein. Bei älteren Patienten treten sie im Durchschnitt ca. eineinhalbmal so häfig auf. Der Mg- und Ca-Wert beträgt bei sehr weichem Wasser nur ca. 10% der Werte bei sehr hartem Wasser. Das Kalium sinkt bei sehr weichem Wasser nur auf 22% des Hartwasserwertes ab.


Tabelle 3 . Aufschlüsselung der Härteregionen nach Altersgruppen und Abfallen der Wasserhärte und er Mineralkonzentration von sehr hartem zu sehr weichem Wasser (A/E)


Die Härte des Wassers, die in unserem Kreisgebiet regional sehr unterschiedlich ist, schwankt im Durchschnitt zwischen ca. 3° dH bei sehr weichem Wasser und ca. 37° dH bei sehr hartem Wasser. Somit ist sie beim sehr weichen Wasser auf unter 10% des Hartwasserwertes abgesunken. Die geographische Situation der Inzidenzen in Relation zur Wasserhärte ist in Abbildung 4 dargestellt (Zusendung auf Wunsch). Es zeigt sich ein Parallelgehen der Magnesiumwerte im Trainkwasser der einzelnen Ortschaften mit den Härtegraden und somit auch den Inzidenzen. Es wechselt mit der Härte des Wassers parallel gehend der Gehalt an Magnesium, Kalium und Calcium.

Zusätzlich fälit bei der Statistikauswertung auf, daß im Gegensatz zu der Region mit sehr hartem Wasser mit 16% Infarkttoten unter dem 50. Lebensjahr in allen anderen Härteregionen zusammengenommen mit 32% eine doppelt so hohe Infarktsterblichkeit bei diesen unter 50jährigen besteht. Dieses kann dafür sprechen, daß die Infarkte in jüngeren Jahren bei weichem Wasser bedeutend schwerer verlaufen. Man wird diese Beobachtung aber vorsichtig bewerten müssen, da nur 244 Infarkte unter 50 Jahren zur Verfügung stehen.

Das Gleiche gilt bei Personen unter 40 Jahren in noch höherem Maße (Tabelle 4 ), indem sich in den Regionen mit sehr weichem Wasser hier ein stark gehäuftes Auftreten von Infarkten gegenüber den Gebieten mit härterem, hartem und sehr hartem Wasser zeigt. Einzelheiten dieser 42 Infarktfälle siehe oben bei der Infarktauf-schlässelung.


Tabelle 4 . Infarktvorkommen unter 40 Jahren


Die Infarktinzidenz ist in einer Reihe von Orten infolge der oft bunten Vielzahl von Wasserzusammensetzungen schwierig zu beurteilen.

Die Tabelle 2 zeigt diese Vielheit und erklärt die Schwierigkeiten in einzelnen Ortschaften geographisch gleicher Härte. Die Abbildung 4 zeigt die Infarktinzidenzen bei den verschiedenen Wasserhärten.

Es besteht nach dem U-Test von Wilcoxon, Mann und Whitney (15) ein signifikanter Unterschied der einzelnen Inzidenzen bei den entsprechenden Wasserhärten (Irrtumswahrscheinlichkeit von < 5%). Herausfallende Werte bzw. Ausreißer sind durch die obigen besonderen Wasserverhältnisse erklärbar, so in Stiege, Schierke/Elend, Heimburg, Derenburg, Elbingerode, Bölrnecke, Rübeland (Tabelle 2 ). Im einzelnen sind Wasserhärte und Inzidenz bei den Gruppen A+B/C, A=B/E, E./D signifikant. E/D und C/E konnten nicht berechnet werden, da die Stichprobenumfänge bei C zu klein sind. Bei C+D/E besteht ebenfalls Signifikanz.

Zum Problem Trinkwasserhärte und Infarktinzidenz gibt es Literaturhinweise (1, 5, 6, 8, 18), nach denen in unserer Ernährung dem Magnesium eine Bedeutung beim Herzinfarkt bzw. dem plötzlichen unerwarteten kardiovaskulär bedingten Herztod zukommt. Hartes Wasser enthält 1-2 mmol Mg/l (= 25-50 mg). Der Mg-Gehalt fällt bei weichem Wasser erheblich ab. Der tägliche Mindestbedarf

für Magnesium wird von Rudmann mit 200 mg/d angegeben und die durchschnittliche tägliche Mg-Aufnahme bei normaler Ernährung (16) mit 300-400 mg (bzw. z.T. auch 200-500 mg). Nach Ernährungsanalysen in Europa und Nordamerika beträgt die Tageszufuhr an Magnesium meist unter 200 mg. Statistisch konnte in Feldstudien ein Zusammenhang zwischen Herzinfarktraten und geringer Mg-Zufuhr über das Trinkwasser gesichert werden.

Die sogenannte primitive Kost soll früher 1000-2000 mg (17) Magnesium geliefert haben, die verfeinerte heutige Zivilisationskost jetzt aber nur noch zwischen 200 und 300 mg/d liefern (6), Magnesium ist nach Kalium das zweithäufigste intrazelluläre Kation und hat u. a. Einflüsse auf quergestreifte Muskulatur und somit auf das Herz.

Als ausreichende Tageszufuhr von Magnesium werden bei normaler Ernährung 5-6 mg/kg KM -d und , somit 250-350 mg/d angegeben, jedoch ist bei der "abendländchen" Kost infolge des hohen Vitamin-D-, Eiweiß- und Alkoholgehaltes eine optimale Mg-Zufuhr erst bei 7- 10 mg/kg KM -d gegeben. Somit werden das bis zu Zweifache an Magnesium benötigt. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, daß die gastrointestinale Resorptionsquote für Magnesium nach Rudmann nur 20- 25 % beträgt. Eine Rolle spielt außerdem die Verringerung der Magnesiumaufnahme bei hinzugefügten Konservierungsmitteln, wie Oxalsäure und Benzolsäure, ebenso bei Wasserenthärtern, die nicht nur kalkarm machen, sondern auch gleichzeitig Magnesium binden, das somit nicht in den Organismus gelangen kann. Hohe Verluste treten auch bei Kochen von Obst und Gemüse auf. Es würde somit die tägliche Zufuhr nicht ülber 150-200 mg betragen.

Erwähnenswert sind noch folgende Literaturhinweise: Die Mg-Bilanz ist erst ab 6 mg/kg KM - d, d.h. bei 350-500 mg /d ausgeglichen. Eine untersuchte Krankenhauskost lieferte jedoch nur 4,13 mg/kg KM - d (ca. 250-350 mg/d). Außer einem bereits erwähnten hohen Vitamine-D-, Eiweiß- und Alkoholgehalt unserer täglichen Nahrung wirkt sich auch das Überangebot von Fetten in der heutigen Zeit infolge Bildung schwerlöslicher Magnesiumseifen im Darm zusätzlich ungünstig aus.

Bei einer Untersuchung der Ernährung von 1,85 Mill. Einwohnern wurde ein tägliche Magnesiumzufuhr von nur 19,6 mval/d (ca. 240 mg/d) errechnet, während 30 mval/d (365 mg/d) bei 90 g Protein/d für optimal gehalten wird (7).

In Schottland kommt die Magnesiumkrankheit bei Weidevieh besonders Häufig vor, und hier wird gleichzeitig die höchste kardiovaskuläre Todesursache beim Menschen gefunden (6). Ähnliche Verhältnisse sind in Ostfinnland. Auch hier besteht eine hohe Sterblichkeit an koronarer Herzkrankheit und plötzlichem Herztod. Das Wasser und somit auch das Trinkwasser ist in dieser Gegend besonders weich, und sein Gehalt an Magnesium ist niedrig (1). Dasselbe gelte für den Magnesiumgehalt des Bodens.

Rumänische Autoren (5) führten 1985 aus, daß in geographischen Zonen mit magnesiumarmem Wasscr die koronare Herzkrankheit signifikant häufiger auftritt als in Gebieten mit magnesiumreichem Wasser. Magnesium sei das einzige Element, das im Myokard der Patienten, die an koronarem Herziod pliözlich verstarben, vermindert gefunden wurde. Umgekehrt bildet hartes Wasser mit dem reichlicheren Mg-Gehalt einen kardiovaskuläaren Schutzeffekt. Offenbar besteht eine Wechselbezichung zwischen dem Bodengehalt an Magnesium und der Mortalität an koronarer

Herzkrankheit, die in Gebieten mit geringem Mg-Gehalt doppelt so hoch sei als im Landesdurchschnitt.

Folgen für den menschlichen Organismus durch den Mg-Abfall in Weichwasserregionen

In unserem Kreisgebiet besteht in den Weichwasserzonen gegenüber dem Hartwassergebiet ein starker Abfall von Magnesium, Kalium und Calcium. Gegenüber dem K-Abfall ist der Mg- und Ca-Abfall stärker. In Prozenten ausgedrückt besteht gegenüber hartem Wasser in den Weichteilgebieten ein Abfall des Magnesiums auf 11%, von Calcium auf 8%, von Kalium nur auf 22% (Tabelle 5 ). Die bei uns beobachteten Mg-Werte bei weichem Wasser ergeben in der Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme ein Unterschreiten des Mindesbedarfes (Tabelle 2 ).

Bei einer Durchschnittsernährung, mit entsprechenden Werten für K, Ca und Mg kann anhand der große GK-Nährmitteltabelle von Cremer die Mg-Zufuhr schon insofern bei ca. 300 mg/d ungenügend sein, als man die Mg-Verluste auf dem Wege bis zur Darmresorption berücksichtigen muß. Somit können infolge des starken Mg-Abfalles im Weichwassergebiet auf 11 % der Hartwasserregion durchaus schon Mg-Mangelerscheinungen verstärkt auftreten. Man muß aber bedenken, daß infolge unserer heutzutage üblichen Warenbelieterungen Hartwassernahrungsmittel aus anderen Gegenden in den letzten zwei Jahrzehnten geliefert werden. Die Zeit vordem wird allerdings ätiologisch ebenfälls berücksichtigt werden müssen. Eine Durchschnittsernährung aufzustellen (Tabelle 6 ). ist praktisch außerst schwierig, wenn man an die stark wechselnden Ernährungssituationen denkt, die in den letzten 50-60 Jahren von Jahrzehnt zu Jahrzehnt enorm wechselten (Vor kriegs-, Kriegs-, Nachkriegszeit und Wechsel der Möglichkeiten in den letzten 30 Jarhren).


(Tabelle 6 ). K, Ca, Mg in mg auf 100 der gebräuchlichen Nahrungsgruppen bei geschätztem ungefährem Tagesverbrauch


Ein ähnlich hoher Mangel besteht im Weichwassergebiet für Calcium, das sogar auf 8% abfällt. Kalium fällt nur auf 22% ab. Es steht dem Magnesium gegenüber zwar in deutlich höherem Maße zur Verfügung, der K-Bedarf ist jedoch im menschlichen Organismus ebenfalls deutlich höher. Somit ist auch hier die Gefahr eines Mangelschadens für die im Weichwassergebiet Wohnenden vorhanden (Tabelle 6 ).

Hat sich ein Mangelschaden entwickelt, wird vor allem beim Magnesium eine Restitution ohne Medikamente nur teilweise bzw. kaum oder gar nicht zu erreichen sein.

Bei einem Ca-Mangel ist eine Kompensierung lediglich durch reichlich Milch und schon weniger wirksam durch Käse und Gemüse in der Nahrung zu versuchen. Der Ca-Mindestbedarf (14) beträgt 200-400mg/d, notwendige Ca-Aufnahme (13) 340-870 mg/d.

Bei K-Mangel ist ein Ernährungsausgleich noch schwieriger. Sehr K-haltig sind lediglich reife Erbsen und Bohnen, bedeutend weniger schon die Kartoffel. Bereits kaum noch mehr als in den anderen Lebensmittelgruppen ist Kalium in Fleisch, Fisch, Gemüse, Obst, Brot und Getreideerzeugnissen (K-Bedarf (14) 25000 mg/d, notwendige K-Aufnahme (13) 4500-6500 mg/d).

Die Substitution der Folgen eines Mg-Schadens ist ganz besonders schwierig, weil Magnesium in den Nahrungsmittelgruppen nur verhältnismäßig gering vertreten ist. Theoretisch sind lediglich die etwas stärker magnesiumhaltigen reifen Hülsenfrüchte von Bedeutung. Die zur Wirksamkeit aber notwendige große Menge ist nicht diskutabel (Mg-Mindestbedarf (14) 200 mg/d, notwendige Aufnahme (13) 280-550 mg/d).

Zusätzlich ist zu berücksichtigen, daß durch zahlreiche Faktoren nur ein Teil des Magnesiums in den Darm gelangt und das von dem, im Darm aufgenommenen wiederum nur ein Teil resorbiert wird (hoher Vitamin-D-, Eiweiß- und Alkoholgehalt der heutigen Nahrung (6), gastrointestinale Resorptionsquote (14), Folge von Konservierungsmittein, Wasserhärtern, einem Überangebot an Fetten (10) und einem Mg-Verlust beim Kochen von Obst und Gemüse).

Hinzu kommt, daß Hülsenfrüchte und die sehr magnesiumhaltigen Nüsse und getrockneten Aprikosen nie in der erforderlichen Menge verzehrt werden können. Abgesehen davon ist der Verzehr von Hülsenfrüchten und auch von Gedreideprodukten in den letzten 30 Jahren zugunsten von Fleisch- und Fleischprodukten und Fett stark zurückgegangen. Ein eventuell notwendiger Verbrauch von Südfrüchten (z. B. Apfelsinen, Bananen) fällt in dem von uns untersuchten Gebiet fort.

Zusammenfassend gesagt, ist die Gefahr eines ständigen Magnesiummangels bei weichem Wasser an Hand unserer Untersuchungen durchaus vorhanden. Der Magnesiummangel wird diagnostisch oft verkannt und verbirgt sich unter allgemeinen Diagnosen, wie vegetative Dystonic, Hypochondrie, Weichteilrheumatismus.

koronare Herzkrankheit, Muskelverspannungen, -spasmen und -krämpfen (12). Auf pathophysiologische Vorgänge im menschlichen Organismus beim Kaliummangel soll im Rahmen dieser Arbeit nicht eingegangen werden.

Ursache für gehäufte Herzinfarkte in Regionen weichen Wassers wird somit unscren epidemiologischen Untersuchungen entsprechend ein Magnesiummangel im menschlichen Organismus infolge einer ungenügenden geringen Magnesiumzufuhr sein als einer von vielen Faktoren in der degenerativ-kardialen Genese.

Zusammenfassung

Im Kreis Wernigerode mit ca. 105000 Einwohnern wurden im Rahmen eines DDR-obligatorischen Herzinfarktregisters innerhalb von 10 Jahren (1. 7, 1973 bis 30. 6. 1983) alle Personen erfaßt, die einen Herzinfarkt nach WHO-Kriterien erlitten, und ferner alle, die ambulant plötzlich vor Eintreffen des alamierten Arztes oder auf dem Wege ins Krankenhaus verstarben. Bei 3013 Infarktfällen wird die Infarktinzidenz am jeweiligen Wohnort des Patienten 648 Wasserhärteuntersuchungen in 10 Jahren Laufzeit der Studie 138 Wasserhärteuntersuchungen mit 138 Wasserentnahmestellen der einzelnen Otte gegenübergestellt. Die Wasserhärtebestimmungen, die schon vor 1973 regelmäßig stattfanden, wurden zweimal jährlich regelmäßig durchgeführt. Die jeweilig Inzidenz und die Wasserhärte wurden gegenübergestellt. Die Höhe des Kalium-, Calcium- und Magnesiumgehaltes im Trirtkwasser von Hartwasserund Weichwassergebieten wurden gegenübergestellt und die Auswirkungen eines Mangels vor allem an Magnesium auf den menschlichen Mineralhaushalt dargelegt.

Summary

In the district of Wernigerode with circa 105,000 inhabitants in the framework of a "myocardial infarction register" obligatory for the GDR during 10 years (from I July 1973 to 30 June 1983) all persons were registered who suffered a myocardial infarction according to the criteria of WHO, and furthermore all those patients who suddenly died before the arrival of the alarmed physician or on the way to hospital. In 3,013 cases of infarction the incidence of the infarction at the specific residence of the patient with 648 investigations of the hardness of water in a period of 10 years is compared to the study 138 investigations of the hardness of water with 138 watering places of the individual towns. The determinations of the hardness of water which regularly took place already before 1973 were regularly performed twice a year. The specific incidence and the hardness of water were compared. The level of the potassium, calcium and magnesium content in the drinking water of hard water and soft water districts was compared and the effects of a deficiency above all on the mineral balance of man was explained.

Literatur

1. Anonym: Magnesium u. Herzinfarkt. Naturwiss. Rdsch. 30 (1977) 263.

2. Anonym: Wasserhäarte/Deutsch. Härtegrad (°dH). Naturw. u. Technik Brockhaus, Leipzig 1960.

3. Bordas, E., E. Brettner, A. Rosenberg, H. Straus: Experimentelle Untersuchungen über die Wirk. der Gesamtrückstände aus Trinkwasserquellen mit hohem Mineralgehalt auf das Myocard. Z. Ges. Hygiene 16 (1970) 838-843.

4. Cremer, H.-D.: Die große GK-Nährwerttabelle. Gräfe u. Unzer GmbH, München 1986/87.

5. Dejica, D., P. J. Porr: Magnesiummangel -- ein Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen. Med Klin. 80 (1985) 480-482.

6. Fehlinger, R., K. Seidel: Zur humanbiologischen Bedeutung des Magnesiums unter besonderer Berücksichtigung der Ernährung. Dtsch. Gesund. Wesen 32 (1977) 28-32.

7. Fehlinger, R.: Klinische Studie zur Mg-Behandlung des tetanischen Syndroms. Magnesium-Bulletin 1 a (1981) 298-306.

8. Fehlinger, R.,: s. Internationales Mg-Symposium Kyoto 1988. Med akt. 15 (1989) 359.

9. Hegglin, R., W. Siegenthaler: Differentialdiagnose innerer Krankheiten. 14. Aufl. Thieme, Stuttgart, New York 1980.

10. Holtheimer, H.-J., M. Kuhn: Therapiewoche 22 (1972) 1594.

11. Holtheimer, H. -J.: Magnesium und Koronarsterblichkeit In: Weidinger, H.: Magnesium in Klinik U. Forschung -- Bayreuter Gespräch 22-24. 5. 1987.

12. Peter, P., W. Keitel: Magnesiummangel, Ursachen u. Therapie. Z. ärztl. Fortbild. 81 (1987) 85.

13. Plenert, W., W. Heine: Normalwerte, 3. Aufl. Volk u. Gesundheit, Berlin 1969.

14. Rudmann, D.: In Harrison's Principles of International Medicien, 9. Aufl. Springer, Berlin 1978.

15. Sachs, L.: Angewandte Statistik, 5. Aufl. Springer, Berlin 1978 u. Z. ärztl. Fortb. 82 (1988) 871.

16. Siegenthaler, W.: Klinische Physiologie, 4. Aufl. Thieme, Stuttgart 1979.

17. Wollenberger, D.A.: Paavo-Nurmi-Sympos. Porvoo/Finnl. 1977, Med. akt. 4 (1978) 325-326.


Anschrift des Verf.: MR Dr. J.E. Teitge, F.I.C.A., Am Sonnenbrink 10 Wernigerode, DDR-3700


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